Arzttermine für die ganze Familie: So vergesst ihr keinen mehr
Veröffentlicht am 12. Januar 2026 · Geprüft am 12. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kein Arzttermin geht mehr unter, wenn in eurer Familie drei Dinge zur Gewohnheit werden: jeden Termin sofort in den gemeinsamen Kalender eintragen, ihn dem richtigen Familienmitglied zuordnen und für alles, was erst noch vereinbart werden muss, eine Aufgabe mit Datum anlegen. Für die U-Untersuchungen der Kinder gibt es feste Zeitfenster. Die Tabelle weiter unten zeigt sie.
Warum Arzttermine so leicht untergehen
In einer Familie kommt einiges zusammen: Vorsorge beim Kinderarzt, Impfungen, Kontrollen beim Zahnarzt, Augenarzt, Frauenarzt, Hautarzt. Viele dieser Termine werden Monate im Voraus vereinbart. Wer weiß im April noch, was im Januar am Telefon ausgemacht wurde?
Ein verpasster Termin kostet vor allem Zeit:
- Der nächste freie Termin liegt oft Wochen oder Monate später.
- Das Zeitfenster einer Vorsorgeuntersuchung kann verstreichen.
- Die nächste Impfung verschiebt sich.
- Ein Elternteil hat umsonst frei genommen.
Drei Arten von Terminen
| Art | Wie sie entsteht | Was ihr eintragt |
|---|---|---|
| Impftermin | Die Praxis nennt den Abstand zur letzten Impfung | den Termin selbst, mit dem Hinweis „Impfpass“ |
| Vorsorge | Es gibt ein Zeitfenster nach Alter | erst eine Aufgabe „Termin vereinbaren“, später den Termin |
| Kontrolle | Sie wiederholt sich regelmäßig, etwa beim Zahnarzt | den Termin und eine wiederkehrende Aufgabe für den nächsten |
U-Untersuchungen: die Zeitfenster in Deutschland
Das Bundesgesundheitsministerium nennt für die Früherkennungsuntersuchungen diese Zeiträume (Bundesgesundheitsministerium, Stand 13. Mai 2026):
| Untersuchung | Zeitraum |
|---|---|
| U1 | unmittelbar nach der Geburt |
| U2 | 3. bis 10. Lebenstag |
| U3 | 4. bis 5. Lebenswoche |
| U4 | 3. bis 4. Lebensmonat |
| U5 | 6. bis 7. Lebensmonat |
| U6 | 10. bis 12. Lebensmonat |
| U7 | 21. bis 24. Lebensmonat |
| U7a | 34. bis 36. Lebensmonat |
| U8 | 46. bis 48. Lebensmonat |
| U9 | 60. bis 64. Lebensmonat |
| J1 | 13. bis 14. Lebensjahr |
Dokumentiert werden die U-Untersuchungen im gelben Kinderuntersuchungsheft. In den ersten Lebensmonaten liegen die Zeitfenster so dicht beieinander, dass ihr den nächsten Termin am besten gleich in der Praxis ausmacht. Für die späteren Untersuchungen legt ihr eine Aufgabe an, zum Beispiel „U7 vereinbaren“, fällig etwa einen Monat vor Beginn des Zeitfensters. So bleibt Vorlauf, falls die Praxis erst später etwas frei hat.
In Österreich stehen die Untersuchungen im Eltern-Kind-Pass; seit 1. Oktober 2026 gilt dort ein neues Untersuchungsprogramm (oesterreich.gv.at). In der Schweiz erhalten alle dort geborenen Kinder das Gesundheitsheft mit einer Seite für jedes Vorsorgealter (pädiatrie schweiz). Die genauen Zeitpunkte nennt euch in beiden Ländern die Kinderarztpraxis.
Jeden Termin sofort eintragen
Die wichtigste Regel: Der Termin kommt in den Kalender, sobald er vereinbart ist. Nicht später, nicht zu Hause, sondern noch am Empfang oder direkt nach dem Auflegen.
- Termin eintragen, mit dem Namen der Praxis im Titel und Adresse und Telefonnummer in der Beschreibung.
- Dem richtigen Familienmitglied zuordnen, damit klar ist, um wen es geht.
- Begleitung klären. Wer geht mit, und muss dafür jemand frei nehmen?
- Notieren, was mitmuss: Impfpass, Untersuchungsheft, Versichertenkarte, Überweisung. Soll das Kind nüchtern kommen?
Kommt etwas dazwischen, ruft früh in der Praxis an und macht gleich einen Ersatztermin aus.
Regelmäßige Kontrollen: eine Liste pro Person
Manche Termine kehren immer wieder. Schreibt für jedes Familienmitglied auf, was regelmäßig ansteht:
- Zahnarzt-Kontrolle für Kinder und Erwachsene
- Augenarzt, wenn jemand eine Brille trägt
- Vorsorge der Erwachsenen, etwa beim Frauenarzt oder Urologen
- Hautarzt
- Kontrollen bei chronischen Erkrankungen
In welchem Abstand eine Kontrolle sinnvoll ist, sagt euch die Praxis. Tragt für jede eine wiederkehrende Aufgabe ein, zum Beispiel „Zahnarzt-Kontrolle vereinbaren“.
Termine bündeln und vorausplanen
Stehen alle Termine in einem Kalender, könnt ihr planen statt reagieren:
- Lassen sich Termine zusammenlegen, etwa beide Kinder am selben Vormittag zum Zahnarzt?
- Welche Termine passen in die Ferien?
- Für welche muss jemand frei nehmen?
- Sind die Impfpässe aller Familienmitglieder durchgesehen?
Begleiten die Großeltern ein Kind zum Arzt, klärt vorher, was sie dort entscheiden dürfen: Vollmacht für Großeltern.
So hilft der Familienplaner bei Arztterminen
- Schnell-Eintrag: Aus einem Satz wie „Zahnarzt Lisa Montag 15 Uhr“ wird ein Terminvorschlag, den ihr bestätigt.
- Eine Farbe pro Familienmitglied: In der Wochen- und Monatsansicht seht ihr, wer wann einen Termin hat.
- Aufgaben mit Datum und Wiederholung: „U7 vereinbaren“ oder „Zahnarzt-Kontrolle vereinbaren“ bekommt eine zuständige Person und steht mit Fälligkeit in der Aufgabenliste, auch am Familien-Display in der Küche.
Vor einem Termin meldet sich der Familienplaner nicht von selbst. Der Termin steht für alle sichtbar im Kalender und am Display. Wer zusätzlich einen Hinweis aufs Handy möchte, abonniert den Familienkalender in Google-, Apple- oder Outlook-Kalender und stellt die Erinnerung dort ein. Ob das für abonnierte Kalender geht, hängt von der jeweiligen Kalender-App ab.
Blutgruppe, Allergien und Medikamente gehören nicht in Kalendertermine, die mehrere Personen mitlesen. Schreibt sie auf ein Notfallblatt, das zu Hause an einem festen Platz liegt: Babysitter-Infoblatt mit Checkliste.
Häufige Fragen
Wann sollte man den Termin für eine U-Untersuchung vereinbaren?
Etwa einen Monat, bevor das Zeitfenster der Untersuchung beginnt. So bleibt Spielraum, falls die Praxis erst später etwas frei hat oder das Kind am Termin krank ist. In den ersten Lebensmonaten macht ihr den nächsten Termin am besten gleich in der Praxis aus.
Wie behält man Arzttermine für mehrere Kinder im Blick?
Mit einem Kalender, in dem jeder Termin dem richtigen Familienmitglied zugeordnet ist, und einer Liste der regelmäßigen Kontrollen pro Person. Wer Termine bündelt, etwa beide Kinder am selben Vormittag, spart Wege und freie Tage.
Was tun, wenn man einen Arzttermin nicht wahrnehmen kann?
So früh wie möglich in der Praxis absagen und im selben Gespräch einen neuen Termin vereinbaren. Tragt den neuen Termin sofort ein und löscht den alten, damit nicht zwei Fassungen im Kalender stehen.
Gehören Allergien und Medikamente in den Familienkalender?
Besser nicht. Gesundheitsangaben stehen sicherer auf einem Notfallblatt zu Hause, das auch Großeltern und Babysitter finden, als in Terminen, die mehrere Personen mitlesen.