Wer holt die Kinder ab? Ein Abholplan für die Woche, der wirklich hält

Veröffentlicht am 12. Januar 2026 · Geprüft am 18. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Die Frage „Wer holt die Kinder ab?“ beantwortet ihr am besten einmal für die ganze Woche: in einer Tabelle, in der für jeden Tag und jeden Weg genau ein Name steht, mit Uhrzeit, Ort und einer Ersatzperson. Ändert sich kurzfristig etwas, gelten Regeln, die ihr vorher vereinbart habt.

Abholplan für Kinder: Vorlage für die Woche zum Kopieren

Das Beispiel zeigt eine Familie mit Emma (4, Kita) und Ben (8, Schule mit Hort). Markiert die Tabelle, fügt sie in ein Textdokument oder eine Tabellenkalkulation ein und ersetzt Namen, Zeiten und Orte. Von dort lässt sie sich auch ausdrucken.

TagBringenAbholenDanachErsatz
MontagPapa: 7:45 Emma Kita, 8:00 Ben SchuleMama: 15:30 Emma Kita, 16:00 Ben Hortzu HausePapa
DienstagMama: 7:45 Emma, 8:00 BenOma: 15:00 Emma Kita, 15:15 Ben HortOma bleibt bis 18:00Mama
MittwochPapa: 7:45 Emma, 8:00 BenPapa: 15:30 Emma Kita, 16:00 Ben Hort17:00 Schwimmkurs Ben, Papa fährtMama
DonnerstagMama: 7:45 Emma, 8:00 BenBabysitterin Lea: 15:30 Emma Kita, 16:00 Ben HortLea bleibt bis 18:30Papa
FreitagPapa: 7:45 Emma, 8:00 BenMama: 14:00 Emma Kita, 14:15 Ben Schulezu HauseOma

So füllt ihr die Tabelle aus:

  • Ein Name pro Feld. „Wir“ oder „mal sehen“ ist kein Eintrag. Wer im Feld steht, ist zuständig, bis jemand anderes ausdrücklich übernommen hat.
  • Uhrzeit und Ort für jeden Weg. Bei zwei Kindern an zwei Orten steht jeder Weg einzeln im Feld, damit auch Oma oder die Babysitterin ohne Rückfrage loskommt.
  • Die Spalte „Ersatz“ bleibt nie leer. Dort steht, wen ihr zuerst fragt, wenn die eingetragene Person ausfällt.
  • Nur wer abholen darf. Tragt niemanden ein, den Kita, Hort oder Schule nicht als abholberechtigt kennt.

In der Schweiz sind in 51 % der Paarhaushalte mit Kindern unter 13 Jahren (beide Partner 25 bis 54 Jahre alt) beide Eltern gemeinsam dafür zuständig, die Kinder in Kita oder Schule zu bringen, in 36 % hauptsächlich die Mutter (BFS, Erhebung zu Familien und Generationen 2023, Grafik G8). Wo zwei zuständig sind, braucht jeder einzelne Weg einen Namen.

Bringen und Abholen organisieren: die Durchsicht vor Wochenbeginn

Der Abholplan hält nur, wenn ihr ihn jede Woche gegen die echte Woche prüft. Die Au-pair-Plattform AuPairWorld empfiehlt Gastfamilien, einen Wochen- oder Monatsplan im Voraus zu vereinbaren und ihn zu Beginn jeder Woche durchzusprechen; das passt für jede Familie. Nehmt euch einen festen Zeitpunkt, zum Beispiel den Sonntagabend, und geht diese Liste durch:

  • Wer hat nächste Woche andere Arbeitszeiten, eine Dienstreise oder einen späten Termin?
  • Welche Termine haben die Kinder: Arzt, Training, Kindergeburtstag?
  • Fällt ein Feiertag, Schließtag oder schulfreier Tag in die Woche?
  • Sind Oma, Opa oder die Babysitterin an ihrem Tag da?
  • Steht in jedem Feld ein Name und in jeder Zeile ein Ersatz?
  • Wissen alle Bescheid, die nicht mit am Tisch sitzen?

An Termine zu denken liegt oft bei einer Person: In der Schweiz organisiert in 65 % der Haushalte mit Kindern unter 25 Jahren hauptsächlich die Frau die Alltagsaktivitäten, also Termine festlegen und an Termine denken; in 32 % tun es beide (BFS, Erhebung zu Familien und Generationen 2023). Die gemeinsame Durchsicht legt den Plan auf den Tisch statt in einen Kopf.

Wenn kurzfristig jemand nicht abholen kann: vier Regeln

Diese Regeln vereinbart ihr einmal, damit an einem vollen Tag niemand verhandeln muss:

  1. Wer absagt, organisiert den Ersatz. Zuerst fragt ihr die Person aus der Spalte „Ersatz“. „Ich kann heute nicht“ ohne Lösung gibt die Aufgabe nur weiter.
  2. Übernommen ist erst, was zugesagt ist. Eine gelesene Nachricht ist keine Zusage. Die Antwort lautet: „Ich hole Emma um 15:30 an der Kita.“
  3. Ein Weg für Änderungen. Legt fest, ob Änderungen im Familienchat oder per Anruf laufen, und tragt sie danach sofort in den Plan ein. Sonst hängt am Kühlschrank noch die alte Woche.
  4. Einrichtung und Kind erfahren es am selben Tag. Meldet euch möglichst früh bei der Kita und nennt den vollständigen Namen der Person, die kommt, so rät es das deutsche Portal kita.de. Sagt auch dem Kind, wer es abholt.

Funktioniert die übliche Betreuung nicht, übernehmen in Deutschland bei Kindern bis zum Schuleintritt am häufigsten die Eltern selbst. An zweiter Stelle stehen die Großeltern: Sie springen in 57 % der Familien ein, die eine Kita oder Kindertagespflege nutzen (DJI-Kinderbetreuungsreport 2025, Erhebung 2024). Fragt sie vorher, an welchen Tagen sie als Ersatz im Plan stehen wollen.

Manchmal fällt die Betreuung selbst aus: In Deutschland berichtete etwa die Hälfte der Eltern mit einem Kind in Kita oder Kindertagespflege von ungeplanten Schließtagen im laufenden Kita-Jahr (DJI-Kinderbetreuungsreport 2025, Studie 5). Was ihr dann tut, steht unter Kita-Schließtage planen.

Wer darf die Kinder abholen?

In den Plan gehört nur, wem die Einrichtung das Kind auch mitgibt. Fragt eure Kita, euren Hort oder eure Schule nach ihrer Regel; die drei Beispiele zeigen, worauf es ankommt (Stand Oktober 2026).

Deutschland

Das Portal kita.de fasst die Praxis so zusammen: Die Kita gibt ein Kind den Sorgeberechtigten mit oder Personen, die sie nach ihrer eigenen Regelung als abholberechtigt akzeptiert. Oma, Opa, die Babysitterin oder Freunde gehören nicht von selbst dazu; je nach Einrichtung braucht es eine schriftliche Benennung. Soll einmalig jemand anderes kommen, genügt ein Anruf oder eine Nachricht nur dort, wo die Kita diesen Weg ausdrücklich akzeptiert. Ob ein minderjähriges Geschwisterkind abholen darf, entscheidet die Kita nach ihren Regeln im Einzelfall; eine allgemeine Altersgrenze gibt es laut dem Portal nicht (kita.de, aktualisiert am 8. September 2026).

Wer Oma und Opa fest einplant, klärt das also vorher mit der Kita. Eine Vorlage steht unter Abholberechtigung für die Kita.

Österreich

In den städtischen Kindergärten in Wien können die Obsorgeberechtigten schriftlich Personen benennen, die das Kind abholen dürfen. Diese müssen das 14. Lebensjahr vollendet haben und geistig und körperlich in der Lage sein, die Aufsicht tatsächlich auszuüben. Wer der Leitung noch nicht schriftlich gemeldet ist, legt beim Abholen eine schriftliche Erklärung vor; kennt das Personal die Person nicht, weist sie ihre Identität nach. Bei Zweifeln darf das Personal die Übergabe verweigern (AGB der Kindergärten der Stadt Wien, Stand März 2024).

Das gilt dort auch für eine Leihoma, die oesterreich.gv.at als eigene Form der Kinderbetreuung führt: Ihr benennt sie schriftlich.

Schweiz

In den städtischen Kitas der Stadt Zürich hinterlegen Eltern die abholberechtigten Personen in der Kita-App bei den Kinderdaten. Weichen die Bring- und Holzeiten an einzelnen Tagen ab, etwa weil das Kind früher abgeholt wird, tragen sie das ebenfalls in der App ein (Stadt Zürich, abgerufen am 12. Oktober 2026).

Grosseltern betreuen in einer gewöhnlichen Woche 31 % der Kinder unter 13 Jahren (BFS Aktuell, Juli 2025, Daten von 2023). Wie sie den Plan aufs eigene Handy bekommen, steht unter Kalender mit den Grosseltern teilen.

Abholplan im Familienkalender: eine Farbe pro Person

Mit einer Farbe pro Person seht ihr auf einen Blick, wer wie oft fährt, wo zwei Wege zur selben Zeit auf dieselbe Person fallen und welcher Tag noch ohne Farbe ist. Auf Papier reichen Textmarker: eine Farbe pro Person, nicht pro Kind, denn die Frage lautet, wer fährt.

In einem geteilten Kalender wird jeder Weg ein Termin in der Farbe der Person, die ihn übernimmt. Im Familienplaner bekommt jedes Familienmitglied seine Farbe, auch Oma oder die Babysitterin: Ihr legt sie als Mitglied an, einen eigenen Zugang brauchen sie dafür nicht. Soll jemand selbst eintragen, schickt ihr einen Einladungslink. Im Schnell-Eintrag wird aus einem Satz wie „Oma holt Emma Dienstag 15 Uhr Kita“ ein Terminvorschlag, den ihr prüft, der abholenden Person zuweist und speichert. Feste Wege tragt ihr als Serie ein („Wiederholen“ im Termin); was sich von Woche zu Woche ändert, bei der Durchsicht am Sonntag.

Abonniert Oma den Kalender-Feed (iCal) in Apple Kalender, Google Kalender oder Outlook, sieht sie auf dem eigenen Handy alle Termine der Familie, nur lesend und ohne die Farben. Der Name der abholenden Person gehört deshalb in den Titel. Zu Hause zeigt das Familien-Display, ein altes Tablet in Küche oder Flur, heute und die beiden folgenden Tage. Benachrichtigungen verschickt der Familienplaner nicht: Was sich am selben Tag ändert, sagt ihr einander direkt.

Häufige Fragen

Wie erstellt man einen Abholplan für die Kinder?

Als Tabelle mit einer Zeile pro Wochentag und je einer Spalte für Bringen, Abholen und Ersatz. In jedem Feld stehen genau ein Name, die Uhrzeit und der Ort. Einmal pro Woche geht ihr den Plan gemeinsam durch, bevor die Woche beginnt.

Darf die Oma das Kind einfach aus der Kita abholen?

Nicht automatisch: Laut dem deutschen Portal kita.de sind Großeltern, Babysitter oder Freunde nicht von selbst abholberechtigt. Je nach Einrichtung müsst ihr sie schriftlich benennen, fragt deshalb eure Kita nach ihrer Regel.

Reicht ein Anruf, wenn ausnahmsweise jemand anderes abholt?

Nur wenn die Kita diesen Weg ausdrücklich akzeptiert, schreibt das deutsche Portal kita.de. Fragt eure Einrichtung, wie sie eine einmalige Änderung gemeldet haben will, und haltet die Antwort im Abholplan fest.

Ab welchem Alter dürfen Geschwister ein Kind abholen?

Laut dem deutschen Portal kita.de gibt es keine allgemeine Altersgrenze, die Kita entscheidet nach ihren Regeln und im Einzelfall. Die städtischen Kindergärten in Wien verlangen in ihren Geschäftsbedingungen mit Stand März 2024, dass benannte Abholpersonen das 14. Lebensjahr vollendet haben.

Was tun, wenn kurzfristig niemand die Kinder abholen kann?

Zuerst die Person fragen, die im Abholplan für diesen Tag als Ersatz steht. Wer absagt, kümmert sich selbst um den Ersatz, meldet der Kita oder dem Hort, wer kommt, und sagt es dem Kind.