Enkel hüten fair planen: feste Hütetage, Ferien und Ausnahmen

Veröffentlicht am 11. Oktober 2026 · Geprüft am 11. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Enkel hüten bleibt für beide Seiten fair, wenn drei Dinge abgemacht sind: die festen Hütetage, die Ferien und der Weg, auf dem Eltern und Grosseltern absagen. In der Schweiz hüten 42 Prozent der Grosseltern mit Enkelkindern unter 13 Jahren mindestens einmal pro Woche, sechs von zehn davon 1 bis 9 Stunden pro Woche (BFS, Erhebung zu Familien und Generationen 2023). Zahlen und Regeln: Stand Oktober 2026.

Enkel hüten: Wie oft ist üblich?

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat 2023 erhoben, wie oft Grosseltern das Enkelkind hüten, das sie am häufigsten betreuen:

Grosseltern mit Enkeln unter 13 Jahren hütenAlleGrossmütterGrossväter
mindestens einmal pro Woche42 %49 %31 %
mindestens einmal im Monat21 %21 %21 %
weniger als einmal pro Monat oder während der Ferien12 %10 %16 %
nie25 %20 %32 %

Quelle: BFS, Erhebung zu Familien und Generationen 2023, Grafik G18, Werte gerundet.

Wer jede Woche hütet, wendet für das am meisten betreute Enkelkind meist weniger als zehn Stunden pro Woche auf: 60 Prozent 1 bis 9 Stunden, 26 Prozent 10 bis 19 Stunden, 14 Prozent 20 Stunden oder mehr (BFS, Grafik G19). Aus Sicht der Kinder: 31 Prozent der unter 13-Jährigen werden in einer gewöhnlichen Woche von den Grosseltern betreut, von den unter 4-Jährigen 42 Prozent; die Betreuung durch die Grosseltern dauert im Schnitt 10 Stunden pro Woche (BFS Aktuell, Juli 2025).

In Deutschland sind 38,3 Prozent der Grosseltern mit Enkeln bis 13 Jahre an der Betreuung beteiligt, im Schnitt mit 10,7 Stunden pro Woche (DZA-Fact-Sheet vom 2. Juli 2026, Deutscher Alterssurvey 2023). In Österreich lässt sich rund die Hälfte der Eltern, deren Kinder alle jünger als drei Jahre sind, von den Grosseltern helfen (ÖIF, Familien in Österreich 2023). Die deutsche Erhebung befragt Grosseltern, ob sie überhaupt betreuen, die österreichische befragt Eltern: Direkt vergleichen lassen sich die Werte der drei Länder nicht.

Grosseltern-Hütetage: Vorlage für eure Abmachung

Setzt euch einmal im Jahr zusammen, am besten vor dem neuen Schuljahr, und füllt die Tabelle gemeinsam aus. Kopiert sie in ein Textdokument und druckt sie zweimal aus: ein Blatt für euch, eines für die Grosseltern.

PunktUnsere Abmachung
Feste Hütetage (Wochentag, von wann bis wann)
Ort: bei uns oder bei den Grosseltern
Bringen und Abholen: wer, wann, wo (Kita, Schule, Verein)
Zmittag, Zvieri, Mittagsschlaf, Bildschirmzeit
Schulferien: Welche Wochen übernehmen die Grosseltern?
Ferien der Grosseltern: Bis wann melden sie sie an?
Absage: wie früh, an wen, auf welchem Weg
Ersatz, wenn ein Hütetag ausfällt
Krankes Kind: Kommt es trotzdem?
Zusatzeinsätze am Abend oder Wochenende: wie anfragen
Auslagen (Billett, Essen, Ausflüge): Wer zahlt?
Notfall: Telefonnummern, Kinderarzt, Vollmacht
Nächstes Gespräch am

Für Arztbesuche an Hütetagen hilft eine Vollmacht für die Grosseltern.

Wie viele Hütetage sind fair?

Eine faire Zahl nennt keine Statistik. Die BFS-Daten zeigen aber, wo die Last heute liegt:

  • Die Last liegt oft bei den Grossmüttern. In 43 Prozent der Haushalte, in denen Grosseltern hüten, tun das nur die Grossmütter, in 2 Prozent nur die Grossväter (BFS Aktuell). Fragt beide, wer welchen Tag übernehmen will.
  • Grosseltern müssen nicht alles abdecken. 55 Prozent der Haushalte mit Grosselternbetreuung nutzen zusätzlich andere Betreuungsformen, 45 Prozent stützen sich nur auf die Grosseltern (BFS Aktuell).
  • Oft hütet nur eine Seite. Bei 44 Prozent dieser Haushalte hüten nur die Grosseltern mütterlicherseits, bei 28 Prozent nur jene väterlicherseits, bei 29 Prozent beide Seiten (BFS Aktuell). Wohnen beide Seiten in der Nähe, könnt ihr die Tage aufteilen.

Drei Vorschläge für eure Abmachung:

  1. Ein Hütetag bindet beide. Die Grosseltern halten ihn frei, ihr holt zur abgemachten Zeit ab.
  2. Zusatzeinsätze sind Anfragen. Ein Nein braucht keine Begründung.
  3. Die Abmachung wird überprüft. Am Datum im Feld «Nächstes Gespräch am» klärt ihr, ob Tage und Dauer noch passen.

Enkel hüten in den Ferien, an Feiertagen und bei Krankheit

In den Schulferien wird aus dem Hütenachmittag schnell ein ganzer Tag, und die Grosseltern wollen vielleicht selbst verreisen. Regelt die Ausnahmen einzeln:

  • Schulferien. Legt für jeden Ferienabschnitt fest, welche Wochen die Grosseltern übernehmen, statt die Hütetage stillschweigend zu verlängern. 12 Prozent der Grosseltern mit Enkeln unter 13 Jahren hüten weniger als einmal pro Monat oder während der Ferien (BFS); auch wer keinen festen Hütetag hat, kann eine Ferienwoche übernehmen. Wie ihr die übrigen Wochen deckt, steht unter Ferienbetreuung planen.
  • Ferien der Grosseltern. Sie melden ihre Abwesenheiten bis zum abgemachten Datum. Ihr tragt sie in den Kalender ein und sucht früh Ersatz.
  • Feiertage. Entfällt ein Hütetag, der auf einen Feiertag fällt, oder wird er nachgeholt? Familienplaner zeigt die Feiertage für die Schweiz nach Kanton an, für Deutschland und Österreich nach Bundesland.
  • Krankheit. Klärt vorab, ob ein fieberndes Kind zu den Grosseltern darf und wer einspringt, wenn Grossmutter oder Grossvater krank ist.
  • Absagen. Vereinbart, wie viele Tage im Voraus planbare Absagen kommen, und für kurzfristige den Anruf statt der Chatnachricht.

Enkel hüten gegen Lohn: Was gilt in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich?

Schweiz

Für Lohn im Privathaushalt hält das AHV-Merkblatt 2.06 (Stand 1. Januar 2026) fest: Grundsätzlich unterliegt jede entlöhnte Tätigkeit der Beitragspflicht, unabhängig von der Höhe des Lohnes. Kinderbetreuung zählt das Merkblatt ausdrücklich zur Hausdienstarbeit. Eine Ausnahme nennt es nur für Jugendliche; Verwandte erwähnt es nicht. Wer das Referenzalter erreicht hat, zahlt AHV/IV/EO nur auf dem Lohn über dem Freibetrag von 16'800 Franken pro Jahr und keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung. Wer die Altersrente vorbezieht, hat laut Merkblatt keinen Anspruch auf den Freibetrag. Abgerechnet wird über die kantonale Ausgleichskasse am Ort eures Haushalts; die Ausgleichskassen geben auch Auskunft.

Deutschland

Die Minijob-Zentrale nennt die Hilfe von Verwandten als Beispiel einer Gefälligkeitsleistung. Das bleibt sie auch, wenn ihr euch mit einem Blumenstrauss oder einem angemessenen Taschengeld bedankt. Ausschlaggebend ist der Grund für die Hilfe: Bei der Gefälligkeit geht es in erster Linie ums Helfen, bei einer Beschäftigung stehen wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Eine Gefälligkeit ist laut der Seite im Regelfall einmalig, eine Beschäftigung im Regelfall wiederholend; eine Grenze bei Häufigkeit oder Betrag nennt sie nicht (Minijob-Zentrale).

Österreich

Mit dem Dienstleistungsscheck lässt sich zwar auch die Beaufsichtigung von Klein- oder Schulkindern entlohnen. Ein Arbeitsverhältnis liegt laut BVAEB aber nicht vor, wenn jemand aufgrund einer familiären Beistandspflicht hilft. Zwischen Eltern und Kindern, also auch zwischen euch und euren Eltern, sowie zwischen Grosseltern und Enkeln geht sie deshalb im Zweifel davon aus, dass kein Arbeitsverhältnis vorliegt, unabhängig vom Wohnsitz (BVAEB, Dienstleistungsscheck 2026).

Wie sehen die Grosseltern ihre Hütetage im Kalender?

Die Abmachung nützt nur, wenn die Grosseltern die Tage dort sehen, wo sie ohnehin nachschauen. Auf Papier heisst das: Die ausgefüllte Tabelle liegt bei ihnen, Hütetage und Ferienwochen stehen in ihrem Wandkalender.

Fürs Handy: In Familienplaner tragt ihr jeden Hütetag mit einem Satz ein, etwa «Oma hütet Dienstag 12 Uhr». Über den Kalender-Feed (iCal) abonnieren die Grosseltern euren Kalender in Apple Kalender, Google Kalender oder Outlook und sehen die Termine auf ihrem Handy, nur lesend. Der Feed zeigt alle Termine der Familie, nicht nur die Hütetage, und verschickt keine Benachrichtigung: Änderungen sagt ihr zusätzlich am Telefon. Hüten die Grosseltern bei euch zu Hause, zeigt ein Tablet als Familien-Display die nächsten Tage, zum Beispiel das Training nach der Schule.

Wie das Abo auf iPhone, Android und in Outlook eingerichtet wird, steht unter Familienkalender mit Oma und Opa teilen.

Häufige Fragen

Wie oft hüten Grosseltern in der Schweiz ihre Enkel?

42 Prozent der Grosseltern mit Enkelkindern unter 13 Jahren hüten mindestens einmal pro Woche, 21 Prozent mindestens einmal im Monat und 12 Prozent weniger als einmal pro Monat oder während der Ferien. Ein Viertel hütet nie. Das zeigt die Erhebung zu Familien und Generationen 2023 des Bundesamts für Statistik.

Wie viele Stunden pro Woche hüten Grosseltern?

Von den Schweizer Grosseltern, die jede Woche hüten, wenden 60 Prozent 1 bis 9 Stunden für das am meisten betreute Enkelkind auf, 26 Prozent 10 bis 19 Stunden und 14 Prozent 20 Stunden oder mehr. In Deutschland betreuen Grosseltern, die mithelfen, ihre Enkel laut Deutschem Alterssurvey 2023 im Schnitt 10,7 Stunden pro Woche.

Hüten Grossmütter häufiger als Grossväter?

Ja. In der Schweiz hüten 49 Prozent der Grossmütter und 31 Prozent der Grossväter mit Enkeln unter 13 Jahren mindestens einmal pro Woche. In 43 Prozent der Haushalte mit Grosselternbetreuung hüten nur Grossmütter, in 2 Prozent nur Grossväter.

Müssen wir AHV abrechnen, wenn wir den Grosseltern fürs Hüten einen Lohn zahlen?

Laut AHV-Merkblatt 2.06 (Stand 1. Januar 2026) unterliegt im Privathaushalt grundsätzlich jede entlöhnte Tätigkeit der Beitragspflicht, Kinderbetreuung eingeschlossen. Eine Ausnahme nennt das Merkblatt nur für Jugendliche, nicht für Verwandte. Wer das Referenzalter erreicht hat, zahlt AHV, IV und EO nur auf dem Lohn über dem Freibetrag von 16'800 Franken pro Jahr.

Was gehört in eine Abmachung über Hütetage?

Die festen Wochentage mit Uhrzeiten, der Ort, wer bringt und abholt, die Regelung für Schulferien und für die Ferien der Grosseltern, eine Frist für Absagen und der Ersatz, wenn ein Hütetag ausfällt. Dazu kommen Auslagen und die Telefonnummern für den Notfall.