Wie oft betreuen Großeltern die Enkel? Zahlen für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Veröffentlicht am 11. Oktober 2026 · Geprüft am 11. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

In Deutschland beteiligen sich 38,3 % der Großeltern mit Enkeln bis 13 Jahre an der Betreuung, im Schnitt 10,7 Stunden pro Woche. In der Schweiz hüten 42 % der Grosseltern mit Enkeln unter 13 mindestens einmal pro Woche, in Österreich lässt sich rund die Hälfte der Eltern mit Kindern unter drei Jahren von den Großeltern helfen. Die drei Erhebungen stammen von 2022 und 2023 und fragen mal die Großeltern, mal die Eltern; direkt vergleichen lassen sich die Prozentwerte deshalb nicht.

Großeltern betreuen Enkel: die Statistik für drei Länder

LandWas gezählt wirdWertErhebungQuelle
DeutschlandGroßeltern mit Enkeln bis 13 Jahre, die mitbetreuen38,3 %DEAS 2023DZA-Factsheet 2026
DeutschlandBetreuungszeit dieser Großeltern im Schnitt10,7 Stunden pro WocheDEAS 2023DZA-Factsheet 2026
DeutschlandBetreuende Großeltern ab 43 Jahren, hochgerechnetrund 5,01 MillionenDEAS und Mikrozensus 2023DZA-Factsheet 2026
WestdeutschlandFamilien mit Kindern bis zum Schuleintritt, denen Großeltern regelmäßig helfenetwa die HälfteKiBS 2024DJI-Kinderbetreuungsreport 2025
ÖsterreichEltern mit Kindern nur unter 3, denen die Großeltern helfenrund die HälfteGGP 2022/23Familien in Österreich 2023
SchweizHaushalte mit Kindern unter 13, die sich auf Grosseltern stützen38,7 % (Nanny, Au-pair, Babysitter: 6,7 %)EFG 2023BFS-Tabelle
SchweizGrosseltern mit Enkeln unter 13, die mindestens wöchentlich hüten42 %EFG 2023BFS, EFG 2023
SchweizKinder unter 13, in einer gewöhnlichen Woche bei den Grosseltern31 % (Nanny, Au-pair, Babysitter: 3 %)SILC 2023BFS Aktuell 2025
SchweizBetreuungsstunden aller Grosseltern pro Jahrrund 157 MillionenSAKE 2024BFS Aktuell 2025
DE, AT, CHKinder unter 3, zumindest teilweise von Großeltern und anderen Privatpersonen betreut8 %, 36 %, 46 %2023BFS Aktuell 2025
DE, AT, CHKinder bis 12 mit mindestens einer Wochenstunde „other types of childcare“, je nach Altersgruppe6 bis 9 %, 32 bis 50 %, 38 bis 48 %DE, AT 2025; CH 2024Eurostat

Stand der Auswertung: Oktober 2026. Die Eurostat-Spannen sind selbst errechnet: 100 minus Anteil „zero hours“.

Deutschland: Wie viele Großeltern betreuen ihre Enkel?

Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) hat den Deutschen Alterssurvey (DEAS) 2023 mit 4.992 Befragten ab 43 Jahren ausgewertet:

  • 29,4 % der Menschen ab 43 haben Enkel bis 13 Jahre, hochgerechnet rund 13,08 Millionen Großeltern; 38,3 % von ihnen betreuten mit.
  • Wer betreute, kam übers Jahr auf 445 bis 512 Stunden, zusammen 2,23 bis 2,57 Milliarden Stunden. Mit dem Mindestlohn von 2023 (12 Euro) bewertet das DZA sie mit rund 27 bis 31 Milliarden Euro.
  • Die Werte der Großmütter liegen höher als die der Großväter, statistisch signifikant ist der Unterschied nicht.

Aus Sicht der Eltern: In Westdeutschland unterstützen Großeltern laut DJI-Kinderbetreuungsreport 2025 (Erhebung 2024) in etwa der Hälfte der Familien mit Kindern bis zum Schuleintritt regelmäßig. In Ostdeutschland ist der Anteil teils deutlich geringer; als möglichen Grund nennt das DJI, dass Großeltern dort häufiger erwerbstätig sind. Fällt die reguläre Betreuung aus, springen Großeltern bei 57 % der Familien ein, die ein Betreuungsangebot nutzen, bei Familien ohne Angebot bei 40 %.

Österreich: Wie oft helfen Großeltern bei der Kinderbetreuung?

Österreichs Zahlen zeigen die Sicht der Eltern: Das Generations and Gender Programme (GGP) befragte 2022/23 Personen von 18 bis 59 Jahren. Laut dem Band Familien in Österreich lässt sich rund die Hälfte der Eltern von den Großeltern helfen, wenn alle Kinder jünger als drei Jahre sind; sind die Kinder drei bis unter sechs, sind es 45 %. Geht das jüngste Kind noch nicht zur Schule, holt sich ein Drittel der Eltern Unterstützung von der Großmutter mütterlicherseits, ein Viertel von der Großmutter väterlicherseits.

Fehlen Großeltern in der Nähe: oesterreich.gv.at führt Leihomas und Leihopas als eigene Form der Kinderbetreuung, der Katholische Familienverband betreibt Omadienste in sieben Bundesländern. Mehr dazu unter Leihoma und Omadienst.

Schweiz: Wie oft hüten Grosseltern die Enkel?

Laut der Erhebung zu Familien und Generationen 2023 (EFG) des Bundesamts für Statistik (BFS) hüten 42 % der Grosseltern mit Enkeln unter 13 mindestens einmal pro Woche, 21 % mindestens einmal im Monat, 12 % seltener oder während der Ferien und 25 % nie. Wöchentlich hüten 49 % der Grossmütter und 31 % der Grossväter. Von den wöchentlich Hütenden wenden 60 % für das am meisten betreute Enkelkind 1 bis 9 Stunden pro Woche auf, 26 % 10 bis 19 Stunden und 14 % 20 Stunden oder mehr.

Bei den Haushalten liegen die Grosseltern mit 38,7 % knapp hinter Kitas und schulergänzenden Einrichtungen (44 %). In ländlichen Regionen betreuen sie die Kinder in 47 % der Haushalte, in den sechs grössten Städten in 26 %. In 43 % der Familien mit Grosselternbetreuung hüten nur Grossmütter, in 2 % nur Grossväter.

Auf Ebene der Kinder zählt BFS Aktuell vom Juli 2025: Von den unter 4-Jährigen sind 42 % in einer gewöhnlichen Woche bei den Grosseltern, von den 4- bis 12-Jährigen 26 %. Ein betreutes Kind ist im Schnitt 10 Stunden pro Woche bei ihnen. Wie ihr Hütetage und Ferien abmacht, steht in Enkel hüten fair planen.

Warum unterscheiden sich die Zahlen zur Enkelbetreuung?

  • Wer gefragt wird. DEAS und das Grosseltern-Kapitel der EFG befragen Großeltern, DJI und GGP die Eltern; das BFS zählt außerdem Haushalte und Kinder. Großeltern haben in Deutschland im Schnitt 3,1 Enkel; Anteile an Großeltern und an Kindern lassen sich nicht ineinander umrechnen.
  • Welcher Zeitraum zählt. Das BFS fragt nach einer gewöhnlichen Woche, das DJI nach regelmäßiger Unterstützung, der DEAS ohne Zeitangabe, ob jemand privat Enkel betreut oder beaufsichtigt.
  • Wie alt die Kinder sind. Bis 13 Jahre im DEAS, unter 13 beim BFS, bis zum Schuleintritt beim DJI, unter 3 im österreichischen Wert.

Alle drei Länder nebeneinander zeigen nur das BFS und Eurostat; für 2023 ergeben beide dieselben Werte, und das BFS zählt andere Privatpersonen wie Nachbarn oder Babysitter mit. Für Deutschland markiert Eurostat 2020 einen Zeitreihenbruch, und der Wert von 8 % passt schlecht zur Hälfte der westdeutschen Familien, die das DJI misst. Trifft er zu, ist feste wöchentliche Enkelbetreuung in der Schweiz und in Österreich deutlich häufiger als in Deutschland.

Was bedeuten die Zahlen für eure Planung mit den Großeltern?

  • Großeltern sind die häufigste private Betreuung. In der Schweiz nutzen sie fast sechsmal so viele Haushalte wie Nanny, Au-pair oder Babysitter (38,7 % gegenüber 6,7 %, eigene Rechnung). In Westdeutschland sind sie laut DJI mit Abstand die häufigsten privaten Unterstützer, in Österreich laut GGP die wichtigsten unter den Verwandten.
  • Im Schnitt sind es rund 10 Stunden pro Woche. 10,7 Stunden je betreuendem Großelternteil in Deutschland, 10 Stunden je betreutem Kind in der Schweiz.
  • Je jünger das Kind, desto häufiger. In der Schweiz 42 % der unter 4-Jährigen gegenüber 26 % der 4- bis 12-Jährigen, in Österreich rund die Hälfte gegenüber 45 %.
  • Nähe zählt. Wohnt mindestens ein Großelternteil weniger als 30 Minuten entfernt, steigt laut DJI die Wahrscheinlichkeit regelmäßiger Betreuung; auch das BFS nennt die räumliche Nähe.

Checkliste: Das klärt ihr mit den Großeltern

  • Feste Wochentage mit Beginn und Ende
  • Wer bringt, wer holt ab, und wo
  • Wie viele Stunden pro Woche die Großeltern schaffen
  • Ferien und Abwesenheiten der Großeltern für das ganze Jahr
  • Ob sie bei Schließtagen und kranken Kindern einspringen
  • Wer übernimmt, wenn Oma oder Opa krank sind
  • Auf welchem Weg Änderungen ankommen: Anruf, Messenger oder E-Mail

Zum letzten Punkt: Von den 65- bis 74-Jährigen nutzten 2025 laut Eurostat in Deutschland 73 %, in Österreich 65 % und in der Schweiz 82 % E-Mail, Messenger 63 %, 67 % und 79 %. Eine App installiert hatten in den letzten drei Monaten nur 35 %, 36 % und 45 %. Im Familienplaner tragt ihr die Betreuungstage als Termine ein und schickt den Großeltern den Link zum Kalender-Feed (iCal). In Apple Kalender, Google Kalender oder Outlook abonniert, zeigt er die Termine auf ihrem eigenen Handy, nur lesend. Die Schritte stehen in Familienkalender mit Oma und Opa teilen.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden pro Woche betreuen Großeltern ihre Enkel?

In Deutschland kommen betreuende Großeltern laut Deutschem Alterssurvey 2023 im Schnitt auf 10,7 Stunden pro Woche. In der Schweiz ist ein Kind, das von den Grosseltern betreut wird, laut Bundesamt für Statistik durchschnittlich 10 Stunden pro Woche bei ihnen (Erhebung SILC 2023).

Betreuen Großmütter häufiger als Großväter?

In der Schweiz ja: 49 Prozent der Grossmütter und 31 Prozent der Grossväter mit Enkeln unter 13 hüten mindestens einmal pro Woche (Erhebung zu Familien und Generationen 2023). Im Deutschen Alterssurvey 2023 liegen die Werte der Großmütter ebenfalls höher, der Unterschied ist dort aber statistisch nicht signifikant.

In welchem Land betreuen Großeltern am häufigsten?

Die nationalen Erhebungen fragen unterschiedlich und lassen sich nicht direkt vergleichen. Im Ländervergleich des Schweizer Bundesamts für Statistik stützten sich 2023 in der Schweiz die Eltern von 46 Prozent der unter 3-Jährigen zumindest teilweise auf Großeltern und andere Privatpersonen, in Österreich von 36 Prozent und in Deutschland von 8 Prozent.

Betreuen Großeltern eher Kleinkinder oder Schulkinder?

Eher Kleinkinder. In der Schweiz sind 42 Prozent der unter 4-Jährigen in einer gewöhnlichen Woche bei den Grosseltern, bei den 4- bis 12-Jährigen 26 Prozent (SILC 2023). In Österreich lässt sich rund die Hälfte der Eltern mit Kindern unter drei Jahren von den Großeltern helfen, bei Kindern von drei bis unter sechs Jahren sind es 45 Prozent (GGP 2022/23).

Wie viel ist die Enkelbetreuung der Großeltern wert?

Das Deutsche Zentrum für Altersfragen rechnet für 2023 mit 2,23 bis 2,57 Milliarden Betreuungsstunden in Deutschland. Mit dem damaligen Mindestlohn von 12 Euro bewertet, sind das rund 27 bis 31 Milliarden Euro.